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Zulassung

In zulassungsbeschränkten Studiengängen können Bewerber*innen mit Behinderungen Sonderanträge stellen, mit denen sich unter Umständen eine bevorzugte Zulassung erreichen lässt. Zu unterscheiden ist zwischen bundesweit zulassungsbeschränkten Studiengängen (Medizin, Pharmazie, Tier- und Zahnmedizin) und örtlich zulassungsbeschränkten Fächern. Im ersten Fall vergibt hochschulstart.de (früher ZVS), im zweiten Fall die örtliche Hochschule die Studienplätze. Die Möglichkeiten des Nachteilsausgleichs sind in beiden Fällen jedoch im Prinzip die gleichen:

Eine sofortige Zulassung unabhängig von der Durchschnittsnote erhält ein*e Bewerber*in, dessen*deren Antrag auf Zulassung nach der Härtefallquote (Sonderantrag D) anerkannt wird. Für die Härtefallquote sind in der Regel nur 2% der Studienplätze vorab reserviert. Die Zahl der Anträge für diese Sonderregelung ist meist weit höher als die vorgesehene Quote. Insofern sind die Vergaberichtlinien sehr streng.

Nach der Abiturdurchschnittsnote wird der größte Anteil an Studienplätzen vergeben. Bei hochschulstart.de macht die Durchschnittsnote 20% aus, 20 % die Wartezeit und 60% sind hochschuleigene Kriterien; an bayerischen Hochschulen werden 40% nach Note vergeben. Wer mit dem eigenen Abiturnotenschnitt die Zulassung nur knapp verfehlt hat, kann unter Umständen mit einer Anhebung des Notenschnitts zum Ziel kommen. Eine Verbesserung der Durchschnittsnote (Sonderantrag E) kann beispielsweise ein*e Abiturient*in mit Hörschädigung beantragen, wenn er*sie an einer allgemeinen Schule sein*ihr Abitur erwarb und er*sie aufgrund seine*r Behinderung im Unterricht benachteiligt war. Vergleichsmaßstab für eine mögliche Benachteiligung können auch die besseren Bedingungen sein, die Schüler*innen an der entsprechenden Schule für Hörgeschädigte vorgefunden hätte. Eine Benachteiligung und deren wahrscheinliche Auswirkung auf die Durchschnittsnote kann i. d. R. nur die Schule, an der das Abitur erworben wurde, feststellen. Bei der Schulbescheinigung ist unbedingt auf die Anforderungen zu achten, die in der Hochschulstart-Info angegebenen sind.

Die Wartezeit wird nach der Zahl der Halbjahre bemessen, die seit dem Erwerb der Studienberechtigung verstrichen sind. 20% der Plätze vergibt hochschulstart.de nach diesem Kriterium, an bayerischen Hochschulen sind es 10%. Ein*e Bewerber*in braucht sich hierfür nicht in eine Warteliste einzutragen. Wer ausreichend lange gewartet hat, kommt mit Sicherheit zum Studienplatz. Achtung: ein „Parkstudium“ ist aber wartezeitschädlich! Eine Verkürzung der Wartezeit ist unter bestimmten Prämissen möglich und sollte angesichts langer Wartezeiten unbedingt geprüft werden. Für Bewerber*innen mit Hörschädigung kann sich die Wartezeit alleine durch die Tatsache verkürzen, dass die Behinderung eine besondere Schullaufbahn bedingt hat. So kann zum Beispiel der Besuch einer Förderschule für Hörgeschädigte die Schulzeit verlängert haben.