best - Beratungsstelle für Hörgeschädigte

Nachteilsausgleich

Rechtliche Grundlagen

Das im Grundgesetz verbriefte Recht, „Niemand darf wegen seiner Behinderung benachteiligt werden“ (GG Art.3 Absatz 3 Satz 3), erhält durch das Gleichstellungsgesetz wichtige Konkretisierungen für Menschen mit (Hör-) Behinderung in Ausbildung und Studium.

So erfährt in §6 BGG die Gebärdensprache ihre Anerkennung als eigenständige Sprache.

Das Hochschulrahmengesetz schreibt in §2 Absatz 4 Satz 2 vor: „Die Hochschulen tragen dafür Sorge, dass behinderte Studierende in ihrem Studium nicht benachteiligt werden und die Angebote der Hochschule möglichst ohne fremde Hilfe in Anspruch nehmen können.“ Und nach §16 Satz 4 gilt: „Prüfungsordnungen müssen die besonderen Belange behinderter Studierender zur Wahrung ihrer Chancengleichheit berücksichtigen“.

Maßnahmen zum Nachteilsausgleich können sein:

  • schriftliche Ergänzungen mündlicher Prüfungen
  • Zeitverlängerung für Hausarbeiten, Klausuren etc.
  • Abänderung von Praktikumsbestimmungen
  • Einsatz von Gebärdensprachdolmetschern

Prüfungszeitverlängerung in Bayern – bisherige Erfahrungen

Im bayerischen Hochschulgesetz wird die Berücksichtigung der Belange behinderter Student*innen in Art. 2 Absatz 3 und Art. 61 Absatz 2 als Aufgabe aller Hochschulen beschreiben. Die Umsetzung obliegt der einzelnen Hochschule. Das jeweilige Prüfungsamt gibt Auskunft über die einzureichenden Unterlagen. Unterstützung finden hörgeschädigte Student*innen bei den Behindertenbeauftragten der jeweiligen Hochschule und bei best für Hörgeschädigte.

Bei Prüfungen für eine Laufbahn im Staatsdienst (Qualifizierungsebene 2 und 3) gilt:

Die Allgemeine Prüfungsordnung sieht einen Nachteilsausgleich von bis zu 25% Prüfungszeitverlängerung vor. Dafür muss ein Antrag beim Prüfungsausschuss gestellt werden.

Weitere Informationen: