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Studienfinanzierung

Die Möglichkeiten der Studienfinanzierung im Überblick:

BAföG

Über die Hälfte der Student*innen in Deutschland bezieht eine finanzielle Unterstützung nach dem Bundes-Ausbildungsförderungs-Gesetz, kurz BAföG. Die Berechtigung dafür ist an bestimmte Einkommensgrenzen der Eltern gekoppelt. Außerdem muss der*die Antragsteller*in eigenes Vermögen für sein Studium aufwenden. Die finanziellen Leistungen werden über die gesamte Regelstudienzeit gewährt. Student*innen erhalten BAföG zur Hälfte als Zuschuss, der nicht zurückgezahlt werden muss. Die andere Hälfte wird als Darlehen vergeben. Fünf Jahre nach Beendigung der Förderungshöchstdauer muss mit der Rückzahlung des Darlehensanteils begonnen werden.

Behinderungsbedingte Mehraufwendungen sind in der BAföG-Förderung nicht enthalten, d. h. es wird nur der Grundbedarf eines*r Student*in abgedeckt. Aber die Einkommensgrenzen zur Bestimmung der BAföG-Berechtigung können um einen Härtefreibetrag erhöht werden.

Wenn die Behinderung Ursache für ein Überschreiten der Regelstudienzeit ist, kann eine Verlängerung der Förderungshöchstdauer beantragt werden. Die danach geleisteten BAföG-Stipendien sind reine Zuschusszahlungen, d. h. sie sind ohne Darlehensanteil und müssen nicht zurückgezahlt werden.

Bei Rückzahlung des Darlehensanteils erhöht sich die Einkommensgrenze, bei deren Unterschreitung der BAföG-Empfänger von einer Rückzahlung befreit wird, um die behinderungsbedingten Mehraufwendungen.

Weitere Informationen:

Leistungen nach dem Bundessozialhilfegesetz: Eingliederungshilfe

Der überörtliche Sozialhilfeträger leistet Hilfe für einen behinderungsbedingten Mehrbedarf während eines Studiums. Die Eingliederungshilfe umfasst technische und personelle Ausbildungshilfen. Häufig beantragt werden z.B. Büchergeld, Lernhilfen, Mitschreibkräfte, Tutor*innen, Gebärdensprachdolmetscher*innen und Übertragungsanlagen. Die Bearbeitung dauert lange und Kosten werden nur ab Antragstellung gewährt - deshalb: baldmöglichst den Antrag stellen!

Ein Anspruch auf Eingliederungshilfe besteht aber nur, solange Bewerber*innen nicht als „in das Berufsleben integriert“ gelten. Wer also vor einem Studium eine Berufsausbildung abgeschlossen hat, bekommt meist keine Unterstützung mehr. Auch wenn die Einkommens- und Vermögensverhältnisse eine bestimmte Grenze überschreiten (zurzeit 30.000,00 € nach dem Bundesteilhabegesetz) ist der Sozialhilfeträger gesetzlich nicht zu Leistungen verpflichtet.

Weitere Informationen:

Stipendien

Stipendien bilden neben Bafög und Nebenjobs eine dritte wichtige Säule der Finanzierung des Studienalltags.

Suchmaschinen:

Tipp: Art und Umfang einer Behinderung kann teilweise als Indikator in die Suche mit eingegeben werden.

Portale:

Für Studierende mit Hörgeschädigung ist insbesondere interessant:

Die Willy Rebelein Stiftung vergibt an behinderte Student*innen bei Nachweis der Bedürftigkeit Zuschüsse zur Finanzierung von sachlichen oder personellen Hilfen. Es gibt keinen Internetauftritt, aber an folgende Adresse kann man sich wenden:

Dr. Willy Rebelein Stiftung
Neutorgraben 1b
90419 Nürnberg

Weitere Informationen erhält man über die Studentenwerke, die teilweise eigene Beratungsstellen für Stipendienvergabe unterhalten.