best - Beratungsstelle für Hörgeschädigte

Beruf: Lehrer

Wer als Lehrer arbeiten will, muss nicht in jedem Fall die klassische Schul- und Studienlaufbahn - Gymnasium, Abitur, Universitätsstudium - beschreiten. Es gab schon immer alternative Bildungsgänge, die zu Lehrberufen führen. Mit der Aufwertung der bayerischen Fachoberschule wurde dieser Weg weiter ausgebaut.

Hier eine Übersicht über Wege zum Lehrberuf:

Lehrer in Bayern ohne Abitur (Fach-bzw. Förderlehrer)

Die Ausbildung Fachlehrer für den gewerblich-technischen und den kaufmännisch-bürotechnischen Bereich, für Kunsterziehung, Werken, Technisches Zeichnen, Informationstechnische Grundbildung und Textverarbeitung an allgemeinbildenden Schulen (Grund- und Mittelschulen, Förderschulen, Realschulen) kann man mit Mittlerer Reife und Eignungsprüfung an einem bayerischen Staatsinstitut absolvieren.

Fachlehrer für Ernährung und Gestaltung, für Kommunikationstechnik sowie für Musik an allgemeinbildenden Schulen benötigen zusätzlich eine abgeschlossene einschlägige Berufsausbildung.

Fachlehrer für Schreibtechnik, für Hauswirtschaft und für gewerblich-technische Berufe an gewerblichen Schulen (Berufsschulen) setzen den Meisterabschluss bzw. eine einschlägige Berufsausbildung, dreijährige Berufsausübung und Eignungsprüfung voraus.

Fachlehrer mit einer Gesamtnote von besser als 2,5 erwerben zusätzlich die fachgebundene Hochschulreife und können damit bestimmte Lehramtskombinationen an der Universität studieren (siehe unten).

Webseite der Ausbildungsstätte in Bayreuth

Webseite der Ausbildungsstätte in Augsburg

Webseite der Ausbildungsstätte in München-Pasing

Webseite des Staatsinstituts Ansbach

Förderlehrer unterstützen an bayerischen Grund- und Mittelschulen sowie Förderschulen zur sonderpädagogischen Förderung den Unterricht und tragen durch ihre Arbeit mit Schülergruppen zur Sicherung des Unterrichtserfolgs bei.

Staatsinstitut in Bayreuth

Staatsinstitut in Freising

Weiterführende Informationen durch das bayerische Kultusministerium (siehe unter Fachlehrer / Förderlehrer)

Lehrer in Bayern mit Fachhochschulreife (FOS 12)

Mit dem Fachabitur, also der Fachhochschulreife (FOS 12) kann man Religionslehrer an Grund- und Mittelschulen werden. Derjenige, der an einer Fachhochschule „Religionspädagogik und kirchliche Bildungsarbeit“ studiert, erwirbt den Berufsabschluss: „Lehramt an Grundschulen mit Religionslehre“ oder "Lehramt an Mittelschulen in einer Fächerverbindung mit Religionslehre“.

Lehrer in Bayern mit fg. Hochschulreife (FOS 13 ohne 2. Fremdsprache)

Mit der fachgebundenen Hochschulreife kann man „Lehramt an Grundschulen oder Mittelschulen“ studieren.

In den Ausbildungsrichtungen Sozialwesen und Technik (sowie in der Ausbildungsrichtung Agrarwirtschaft Bio- und Umwelttechnologie) kann man zusätzlich Lehrer/in an beruflichen Schulen werden. Mit einschlägiger Berufsausbildung oder einjährigem Berufspraktikum gilt das auch für die Ausbildungsrichtungen Wirtschaft und Gestaltung. Die Absolventen des sozialen Zweiges können zusätzlich Sonderpädagogik studieren.

Darüber hinaus sind in jedem Profilfach Lehramtsstudiengänge für Realschule und Gymnasium in bestimmten Fächerverbindungen möglich (siehe Infobroschüre des bayerischen Kultusministeriums zur Beruflichen Oberschule Bayern (BOB)

Lehreramtsstudium mit allgemeiner Hochschulreife

Mit der allgemeinen Hochschulreife (FOS 13 mit 2. Fremdsprache oder Abitur am Gymnasium) stehen den Absolventen alle Lehramtsstudiengänge offen.


Lehrer/in mit Hörschädigung - Zusammenfassung bisheriger Erfahrungen:

Grundsätzlich sollte sich der Lehramtskandidat mit Hörschädigung überlegen, ob er an einer Regelschule mit bekanntlich schwierigen akustischen Bedingungen oder an einer Förderschule, z. B. im Förderbereich Hören, unterrichten möchte.

Zur rechtlichen Seite: Das Referendariat kann einem Bewerber mit Behinderung nicht verweigert werden, da dies dem Diskriminierungsverbot gem. Art. 3 (3) Satz 2 GG widersprechen würde. Er muss aber damit rechnen, dass im Referendariat unter Umständen auf seine Behinderung wenig Rücksicht genommen wird / werden kann. Wenn er diese Hürde genommen hat, steht nach unserer Beobachtung die Hörbehinderung einer späteren Einstellung in den Staatsdienst nichts im Wege. Im Gegenteil: anerkannte Schwerbehinderte oder gleichgestellte Bewerber werden bei gleicher Eignung bevorzugt.

Wir empfehlen dringend, schon vor Antritt des Referendariats einen Schwerbehindertenausweis zu beantragen und Kontakt mit den zuständigen Behindertenbeauftragten oder Behindertenvertreter (über den Hauptpersonalrat) aufzunehmen. Eine Gleichstellung (bei einem GdB von 30) mit einer Schwerbehinderung durch die Arbeitsagentur erfolgt i. d. R. während der Ausbildung bzw. der Arbeitssuche (ist aber auch bei drohendem Arbeitsplatzverlust möglich)!

Sollte der Amtsarzt anlässlich der Einstellungsuntersuchung bei einem Bewerber ohne anerkannte Schwerbehinderung eine Hörschädigung erstmalig feststellen, besteht sogar das Risiko, dass dieser wegen der Gefahr einer vorzeitigen Dienstunfähigkeit abgelehnt wird.