best - Beratungsstelle für Hörgeschädigte

Angebote und Tipps

Das Angebot der Agentur für Arbeit

Junge Menschen mit Hörschädigung haben bei der Agentur für Arbeit zwei verschiedene Anlaufstellen:

Schwerbehinderte Akademiker können sich zur Arbeitsvermittlung auch an die Zentrale Auslands- und Fachvermittlung der Agentur für Arbeit wenden.

Integrationsämter und -fachdienste

Die Integrationsämter fördern und sichern die Beschäftigung schwerbehinderter Menschen mit den Mitteln der Ausgleichsabgabe. Sie werden dabei von den Integrationsfachdiensten unterstützt.

Berufswahltests

leider wird hier die Hörschädigung nicht berücksichtigt...

  • Berufseignungstest bzw. Studienfeldbezogener Beratungstest der Agentur für Arbeit (s.o.)
  • zahlreiche Angebote im Internet wie z.B. der Hamburger Berufsfindungstest
  • Siehe auch unter Studienwahltests im Kapitel „Hörschädigung und Studium“

Tipps zur Bewerbung Hörgeschädigter

Herr Kaiser referierte am best-Infotag 2008 über die Erfahrungen, die das Bildungsinstitut Salo und Partner in München in der Unterstützung hörgeschädigter Bewerber auf dem Arbeitsmarkt macht. Hier eine Zusammenfassung seiner Tipps: 

Schriftliche Bewerbung
  1.  Die Hörbehinderung sollten Sie im Anschreiben erwähnen, wenn sie Auswirkungen auf den täglichen Arbeitsalltag hat, also wenn gewisse Einschränkungen mit der Hörbehinderung verbunden sind.

  2. Die Art und Schwere der Behinderung gehört eigentlich nicht in den Lebenslauf, nur in Sonderfällen kann sie auch dort dargestellt werden.

  3. Die Hörbehinderung sollten Sie klar und ehrlich, aber auf keinen Fall negativ beschreiben. Sie brauchen sich für Ihre Behinderung nicht entschuldigen, sondern sollen dem Leser nur die Auswirkungen und den richtigen Umgang erklären.

Sie sollten auf folgende Fragen eingehen:

  • Wie ausgeprägt ist die Hörbehinderung bei Ihnen: AVWS, leichtgradig, mittelgradig, hochgradig schwerhörig, gehörlos?
  • Welche technischen Hilfsmittel nutzen Sie: Hörgeräte, CI, FM-Anlage?
  • Wie sieht die Kommunikation mit Ihnen im Alltag aus: Hörgeräte vorhanden, Telefonieren möglich, Lippen absehen sehr gut oder gut möglich, können Sie selbst sehr gut, gut, verständlich sprechen...?
  • Wie gehen Sie auf Ihre Gesprächspartner zu?
  • Nutzen Sie andere Kommunikationsmittel: E-Mail, SMS, …?

Bei großen Firmen, bei Behörden, bei staatlichen Institutionen und bei Firmen, die eine Schwerbehindertenvertretung haben sollte sichergestellt werden, dass die Schwerbehindertenvertretung in das Bewerbungsverfahren mit einbezogen wird. Erwähnen Sie in Anschreiben und Lebenslauf, dass Sie schwerbehindert sind und welchen Grad der Behinderung Sie haben. Diese Informationen sind wichtig, damit die Bewerbung an die Schwerbehindertenvertretung weitergeben wird.

Wollen Sie sichergehen, dass die Schwerbehindertenvertretung auf jeden Fall über den Eingang der Bewerbung informiert wird, können Sie zusätzlich an die Schwerbehindertenvertretung eine E-Mail schicken. In dieser E-Mail können Sie dann auf die Bewerbung verweisen und bitten, dass sie geprüft wird. In die Bewerbungsmappe können Sie zusätzlich ganz hinten eine Kopie des Ausweises anfügen.

Vorstellungsgespräche

In Vorstellungsgesprächen wird auf jeden Fall auf die Hörschädigung eingegangen. Deshalb sollten Sie sich auf das Thema gut vorbereiten und sich ein paar Antworten überlegen. Mögliche Fragen könnten sein:

  • „Ich hatte bisher noch nie mit gehörlosen Menschen zu tun. Wie geht das so mit der Verständigung?“
  • „Was muss ich bei einem Gespräch mit Ihnen beachten?“
  • „Können Sie von meinen Lippen ablesen?“
  • „Verstehen Sie mich auch ohne Dolmetscher?“
  • „Gibt es Probleme mit der Arbeitssicherheit? Was machen Sie, wenn von hinten ein Gabelstapler angefahren kommt? Den hören Sie ja gar nicht.“

Sie müssen grundsätzlich davon ausgehen, dass die Gesprächspartner in den Vorstellungsgesprächen noch nie mit hörgeschädigten Personen zu tun hatten. Die Firma ist einerseits neugierig und möchte mehr über diese Behinderung wissen, andererseits gibt es verschiedene Vorurteile, die Sie beseitigen müssen.

Bitte überlegen Sie sich zu den oben genannten Fragen die für Sie passenden Antworten und fragen Sie bei Unsicherheiten Ihre Lehrer oder Eltern um Rat. Je selbstbewusster und informierter Sie beim Vorstellungsgespräch auftreten, desto besser können Sie den Arbeitgeber überzeugen und ihm die Hemmungen vor der Hörbehinderung nehmen.