Samuel-Heinicke-Schule
Staatlich anerkannte private Fachoberschule zur sonderpädagogischen Förderung
Förderschwerpunkt Hören der SchulCentrum Augustinum gemeinnützige GmbH München


Elektra
ein Besuch beim Deutschen Gehörlosen-Theater
mit Schülern der 11HV, 12S1 und 12H

Plakat der Elektra-Aufführung

Am 06.10.07 fand die Uraufführung des neuen Stücks des Deutschen-Gehörlosen-Theaters (DGT) im „Leo 17“ statt, der schönen Bühne der Rudolf-Steiner-Schule in Schwabing. Die antike Tragödie wurde ausschließlich in Gebärdensprache gespielt, wobei für die Hörenden die Texte dann in Lautsprache durch je einen Sprecher pro Schauspieler ‚gevoiced’ wurden.

Elektra ist in der griechischen Mythologie die Tochter des Königs von Mykene und muss erleben, dass ihre eigene Mutter ihren Vater Agamemnon ermordet. Jahrelang sinnt sie verzweifelt auf Rache, bis ihr totgeglaubter Bruder Orest in Mykene erscheint und den Vater rächt, indem er die verhasste Mutter samt ihren Liebhaber ebenfalls tötet.

Schauspieler-Truppe von Elektra
Abschlussfahrt nach Griechenland - Mykene

Für mich war diese Aufführung aus drei Gründen außerordentlich reizvoll: ·

  • erstens der Handlungsort: vor nicht ganz drei Monaten sind wir auf unserer Abschlussfahrt selbst durch das Löwentor geschritten und haben die mächtige Burg von Mykene erwandert und einige Schüler des letzten Abi-Jahrgangs saßen jetzt im Publikum. ·
  • zweitens die Darstellung: auch wenn sich die Regieführung sehr eng an die Vorlage von Sophokles gehalten hat, war die expressive Kraft der gehörlosen Darsteller und unter ihnen besonders die Leistung der Julia Horch (Elektra) beeindruckend.
  • drittens die Stimmung: völlig ungewohnt für Hörende war die Atmosphäre im fast ausverkauften Leo 17. Die gesamte Gehörlosengemeinde schien versammelt, jeder kommunizierte mit jedem über sämtliche Stuhlreihen hinweg und am Ende plauderten die Schauspieler und besonders Roland Kühnlein, der 1. Vorsitzende des DGT, ganz ungezwungen mit dem Publikum über dessen zukünftige Aufführungswünsche.
Applaus zur Elektra-Aufführung

Wolfgang Hinrichs