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Die 1+2-jährige FOS

Was ist die 1+2-jährige FOS?
Die 1+2 jährige Form der FOS wurde für Schüler mit mittlerem Schulabschluss von Förderschulen mit dem Förderschwerpunkt Hören (Sprachlerngruppe III) aus Bayern eingerichtet, deren Abschlussprüfung in den Fächern Deutsch und Englisch von der zentralen Regelung abweicht. Außerdem werden Abgänger von Förderschulen aus anderen Bundesländern aufgenommen, um ihnen die Anpassung an das bayerische Schulsystem zu erleichtern.

Die Anzahl der Ausbildungsrichtungen ist auf zwei pro Klasse beschränkt, d. h. erst bei zwei Vorklassen können alle vier Ausbildungsrichtungen angeboten werden. Insgesamt beträgt die Ausbildungsdauer auf der FOS 1+2 drei Jahre:

  1. Ein Vorbereitungsjahr (11 HV) mit der Zielsetzung Defizite aufzuarbeiten
  2. Eine 11. Klasse (11 H), in der das Praktikum absolviert wird
  3. Eine 12. Klasse (12 H), in der die Vorbereitung auf das Fachabitur (Fachhochschulreife) erfolgt.

Die Probezeit endet mit dem Vorbereitungsjahr (mit der 11 HV). In der 11. und 12. Klasse werden die Schüler der H-Klassen in den Profilfächern mit Schülern der anderen Sprachlerngruppen gemeinsam unterrichtet. Der erfolgreiche Besuch des integrativen Unterrichts wird dem Schüler zu Ende seiner Schulzeit in einer eigenen Bescheinigung bestätigt.

 

Wer wird in die 1+2-jährige FOS aufgenommen?

  • Hochgradig schwerhörige, resthörige und gehörlose Schüler, für die auch mit technische Hilfen eine auditive Sprachwahrnehmung kaum möglich ist.
  • Kompetenzen in DGS sind nicht Voraussetzung für die Aufnahme. Die Verwendung von Gebärden sollte akzeptiert werden.

Was ist - neben der anderen Stoffverteilung - besonders an der 1+2-jährigen FOS?

  • Ziel der dreijährigen Form ist die Förderung der Integrationsfähigkeit durch intensive sprachliche Förderung, denn nur diese ermöglicht den Hörgeschädigten eine angemessene Teilnahme am beruflichen und gesellschaftlichen Leben.
  • Weitere Ziele sind die Förderung von Selbstverantwortung und Selbstfindung, auch durch Thematisierung der Erfahrungswelten der Gehörlosengemeinschaft und der Hörenden.
  • Die Unterrichtssprache ist Deutsch (nicht DGS), da das Ziel der FOS die Studierfähigkeit ist, welche Sicherheit im Schriftdeutschen verlangt.
  • Die unterrichtliche Kommunikation wird unterstützt durch vermehrten Medieneinsatz und durch einen hohen Grad der Verschriftlichung bzw. durch visuelle Wahrnehmungshilfen. Zu diesen zählen Gestik und Mimik, klar strukturierte Lehrersprache, langsame und deutliche Sprechbewegungen der Lehrer, die das Absehen erleichtern sollen, sowie lautsprachbegleitende Gebärden (LBG). Bei Bedarf werden Höranlagen verwendet.
  • Ein spezielles Methodenlernen erleichtert das eigenständige Arbeiten der Schüler.
  • Die Erweiterung des Wortschatzes ist fester Bestandteil des Unterrichts.

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Stand 29.013.2010 km

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